Es sieht ganz so aus, als ob das Jahr 2020 ein Revival für Skateboard-Spiele einläuten würde. Verantwortlich dafür ist nicht nur die Skater-Legende Tony Hawk mit einem Remake seiner ersten beiden Spiele, sondern auch das Game Skater XL. Während wir auf Hawks Abenteuer noch etwas warten müssen, ist die Skater-Simulation Skater XL bereits für die PS4, Xbox One und Nintendo Switch verfügbar. Doch wer sich hier ein klassisches Skate-Game erwartet hatte, wird enttäuscht sein.

Skater XL hat mit Tony Hawk nur sehr wenig gemeinsam, es handelt sich hierbei vielmehr um eine Skater-Version der Sims, als um ein Arkade-Spiel. Das Game versteht sich als Kreativ-Baukasten für Skater. Im Mittelpunkt steht das Skaten selbst. Das ist großartig, schließlich freuen sich die Gamer immer über Abwechslung. Gerade in den letzten Monaten haben sie ihre Spielesammlung bis auf das Letzte ausgereizt und gleichzeitig alle Online-Angebote genutzt, die so zur Verfügung stehen. Zahlreiche Spiele erlebten einen neuen Boom, dazu zählten bekannte Wettbewerbs-orientierte Spiele ebenso, wie beispielsweise Online-Schach. Das Skaten ist eine weitere willkommene Abwechslung zum Gamer-Alltag.

Ein Stick ist ein Fuß

Das beginnt bereits bei der Steuerung. Diese kommt einem echten Skateboard ziemlich nahe. Das erreichen die Programmierer mit einem einfachen Trick. Jeder Stick des Konsolen-Controllers repräsentiert einen Fuß am Board. Damit man sich an diese ungewöhnliche Steuerung gewöhnt, ist es ratsam sich diese farblich markieren zu lassen. Die Tricks werden im Game intuitiv ausgeführt. Tippt man den linken Stick an, vollführt der Skater den bekannten Nollie. Zieht man den rechten Stick nach unten und lässt ihn los, macht der Skater einen Ollie. Solche Basics helfen die Steuerung zu verstehen, doch dann wird es schnell anspruchsvoll. Slides oder ein Shuv-It sind schon deutlich schwieriger auszuführen, von Spins oder Grinds gar nicht zu sprechen. Man sieht schon, dass die Steuerung von Skater XL sehr komplex geworden ist. Daher kann man nur das Tutorial empfehlen. Dort lernt man die Grundlagen der Steuerungen und kann diese in einigen Lektionen üben.

Statische Umgebungen

Wer sich nach der Einführung sicher fühlt, der hat im Anschluss daran Gelegenheit seine erlernten Tricks gleich auszuprobieren. Insgesamt warten acht verschiedene Umgebungen darauf erkundet zu werden. Das kann man entweder selbstständig angehen, oder einfach die Tricks eines Ghost-Skaters nachmachen. Der gibt die Herausforderung vor, der eigene Avatar muss sich dieser stellen. Das ist ziemlich praktisch, denn vor allem zu Beginn von Skater XL ist man schnell mal überfordert. Die Umgebungen bieten zum Glück jede Menge Abwechslung. Da gibt es beispielsweise den obligatorischen Skatepark, aber auch einen Außenbereich in einer Highschool und sogar die Innenstadt von San Francisco. Diese wirken leider etwas steril. Der Grund liegt in den fehlenden Animationen, denn außer dem eigenen Skater bewegt sich in den jeweiligen Locations nicht viel.

Doch die realistische Steuerung der Skater macht in Skater XL vieles wieder wett. Die Lernkurve ist steil aufragend. Das ist kein Wunder, denn zu Beginn fällt man regelmäßig auf die Nase. Doch es lohnt sich, die Steuerung von Grund auf zu lernen. Wenn die anspruchsvollsten Tricks zum ersten Mal perfekt gelingen, löst das große Begeisterung aus. Und genau so sollte es auch sein. Das Gefühl die Herausforderung bewältigt zu haben, ist mit dem Skaten in freier Wildbahn durchaus vergleichbar. Leider fehlen in Skater XL die Belohnungen für eine absolvierte Aufgabe. Wer hier auf Punkte oder Upgrades wartet, wartet vergeblich. Das ist schade, denn so fehlt ein wenig die Animation noch besser zu werden.

Hilfe gesucht

Aber immerhin bietet das Game zahlreiche Features, die das Leben eines Anfänger-Skaters leichter machen. Mit diesen Komfort-Features kann man beispielsweise einen Startpunkt markieren. An schwierigen Spots macht man sich so das Spielen leichter. Mit einem Druck auf das Steuerkreuz wird der Spieler an diesen markierten Punkt zurück gebeamt. Ein eingeblendetes Gamepad zeigt an, was der Spieler gedrückt hat, bzw. welche Kombinationen notwendig sind, um einen bestimmten Trick richtig auszuführen. So hilft einem Skater XL über schwierige Situationen hinweg.

Damit kommen wir schon zu einem vorläufigen Fazit. Der große Vorteil von Skater XL ist ganz eindeutig das realistische Gefühl beim Skaten, das das Game vermitteln kann. Leider bietet der Editor des Charakters nicht allzu viele Möglichkeiten. Zwei Standard-Skater stehen zur Auswahl. Man kann also als Frau oder als Mann loslegen. Daneben können Gamer auch noch zwischen vier echten Skatern wählen. Darunter befinden sich etwa Brandon Westgate und Evan Smith. Hier wäre es gut mehr Auswahl und mehr Wahlmöglichkeiten bei der Gestaltung des Charakters zu haben. Ganz anders sieht es da schon beim Replay-Editor aus. Der ist wirklich gut gelungen und bietet zahlreiche Optionen an, um damit experimentieren. Er hat viele verschiedene Einstellungen und ist leicht verständlich, bzw. zu bedienen.

Skateboard

Fazit zu Skater XL

Das Game kann insgesamt jedoch nicht mit einer Triple-A-Produktion mithalten. Das sieht man bei Stürzen. Matschige Konturen und ein Flimmern bei Scrollen, sowie einige Verzögerungen weisen darauf hin, dass man hier nicht alles was an Geld und Personal zur Verfügung steht, ins Rennen geworfen hat. Kleine Übersetzungsfehler sind zwar nicht schlimm, aber unnötig. Der Soundtrack ist voll in Ordnung, die Animationen der Skater orientieren sich hart an der Realität. Alles in Allem handelt es sich bei Skater XL um ein gutes Skater-Game, das eine Erkundung wert ist.