Skateboarding hat längst den Durchbruch in den Mainstream geschafft. Bestes Beispiel dafür ist die Aufnahme in die olympischen Disziplinen. Nächstes Jahr wird es im Sommer bei den Olympischen Spielen in Japan so weit sein. Damit rückt das Board und seine Reiter noch mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Doch das ist nur der letzte Schritt in einer Reihe von Entwicklungen. Seit Jahren versucht die internationale Modeindustrie sich das coole Image der Skater einzuverleiben und etwas von deren Coolness auf sich selbst zu übertragen. Die bekannten Streetstyle-Marken wie Palace oder Supreme haben es längst in die Boutiquen geschafft. Dort hängen sie Reihe in Reihe mit den Top-Designermarken.

Wenn die Skater durch die urbanen Gebiete Deutschlands rollen, haben sie wohl kaum die Mode von Luxus-Boutiquen im Kopf. Doch genau dort tauchen immer mehr Skater-Labels auf. Was auf den ersten Blick seltsam anmutet, ist auf den zweiten Blick durchaus logisch. Schließlich sind die Skater von einst heute Bestandteil der Gesellschaft. Sie haben Familie, arbeiten oft in kreativen Berufen und haben die Ästhetik, die ihre Jugend geprägt hat, mitgenommen. Was früher noch seltsam beäugt wurde, ist heute längst im Mainstream der Gesellschaft akzeptiert und angekommen. Doch was zieht die Mode so an der Skater-Ästhetik an?

Die Stars pushen den Verkauf

Dafür sind wie immer die Celebrities verantwortlich. Tragen Stars wie A$AP Rocky oder Jay-Z die Mode eines Labels wie Palace, dann schwappt die Welle der Begeisterung automatisch über. Schließlich handelt es sich bei Mode um eine Branche, die sich permanent auf der Jagd nach dem letzten Trend befindet und einem beständigen Wandel unterworfen ist. Tragen die Stars die Mode, dann berichten auch die Medien darüber und ein neuer Hype ist geboren. Diese Entwicklung konnte man in den letzten Jahren auch in der Skater-Mode beobachten. Der Skater verkörpert schließlich den Unangepassten, den Rebell und die unstillbare Sehnsucht nach Freiheit. Das sind Attribute, die jedes Produkt für den Massenmarkt attraktiv machen. Gerade die Mode hat eine tief gehende Sehnsucht nach der Subkultur und saugt deren Einflüsse immer wieder auf wie ein Schwamm. Da bildet auch die Skater-Kultur keine Ausnahme. Selbst die Designer haben die Motive dieser Mode aufgegriffen. Große Logos auf T-Shirts, Hoodies und Sweatshirts klassischer Streetwear, das ist das Motto, das scheinbar den Erfolg verspricht.

Die Stars pushen den Verkauf
Die Stars pushen den Verkauf

Gut, aber knapp

Auch das New Yorker Modelabel Supreme hat es bereits ganz nach oben geschafft. Das „Chanel“ der Skater-Mode prägt sein Logo längst auch auf eine ganze Reihe anderer Produkte. Die Palette reicht dabei von Wasserpistolen bis hin zu Feuerlöschern. So wird der Status demonstriert, das klappt schließlich auch bei den Mode-Luxusmarken seit Jahrzehnten so. Die Teile sind regelmäßig schnell vergriffen. Das unterscheidet Skater-Mode allerdings von Luxus-Mode. Deren Kleidung landet im Schlussverkauf, während die Skater ihre Lieblingsstücke regelmäßig ausverkaufen. Echten Skatern ist der Hype um ihren Style allerdings ziemlich egal. Seit die ersten Surfer im Kalifornien der 1960er Jahre Rollen unter ihre Holzbretter schraubten, steht die grenzenlose Freiheit im Mittelpunkt ihrer Interessen.